Ja, natürlich!
Riesenbärenklau Gruppenbild

Informationsveranstaltung zur Riesenbärenklaubekämpfung

am 28.06.2022
um 18:00 Uhr
Treffpunkt: Eiche auf der Windhöhe (an der Schotterstraße Eitensheim - Hitzhofen/Mühltal)

Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Riesenbärenklaus

Die Ausbreitung des nichtheimischen Riesenbärenklaus hat das Potential, die heimische Vegetation zu verdrängen und kann für Menschen sehr gefährlich sein. Im stark befallenen Wassertal bei Denkendorf wurde 2020 mit einer exemplarischen Bekämpfung begonnen.
Ab dem Frühling 2022 wird im Wassertal und einer weiteren Versuchsfläche bei Eitensheim eine Dauerbeweidung erprobt.

Als Neophyt (=Neupflanze) ist der Riesenbärenklau kein Bestandteil der natürlichen, heimischen Vegetation. Die bis zu 3,50 m große Pflanze ist im Kaukasus beheimatet. Wegen der Annahme, dass der Riesenbärenklau in vielerlei Hinsicht nützlich ist, wurden Samen in unserer Natur seit Mitte des 20. Jhd. ausgebracht. Er galt unter anderem als hervorragende Bienenweide, als Deckungspflanze für Wildtiere und geeignet zur Befestigung von Böschungen. Eigenschaften die sich als weitgehend unrichtig erwiesen haben.
Die Pflanze produziert bis zu 30.000 Samen die gut schwimmfähig und bis zu 10 Jahre keimfähig sind. So breitet sich der Riesenbärenklau in Mitteleuropa in einigen Regionen stark aus. 
Aus zwei Gründen ist diese Ausbreitung sehr problematisch:
Der Riesenbärenklau treibt sehr zeitig im Jahr aus und verdrängt durch seine enorme Größe und Wuchsgeschwindigkeit heimische Pflanzen. Darüber hinaus stellt er ein großes Gefahrenpotential für Menschen dar.
Die im Pflanzensaft enthaltenen Furocumarine sind phototoxisch. Das bedeutet, dass es bei Hautkontakt, egal mit welchen Pflanzenteilen, in Kombination mit UV-Einstrahlung zu starken Verbrennungen der Haut kommen kann (Phytophotodermatitis). Hierfür reicht das Tageslicht in einem bewölkten Tag aus. Zusätzlich gelten die Furocumarine in Kombination mit UV-Einstrahlung als potentiell krebserregend.

Bekämpfung durch Ausstechen am Vegetationskegel

Riesenbärenklau Ausstechen

Das Ausstechen am Vegetationskegel ist eine effiziente und umweltschonende, aber aufwändige Variante der Riesenbärenklaubekämpfung.

Die mehrjährige Pflanze stirbt nach der Blüte und Samenproduktion ab.
Im Blütejahr kann durch ein schräges Abstechen am Vegetationskegel (Bereich zwischen Wurzel und oberirdischem Pflanzenteil) die Pflanze zerstört werden.
Zu diesem Zweck wurde ein Gartenspaten modifiziert und die Bauanleitung an die Bauhöfe der zwei betroffenen Gemeinden (Denkendorf und Kipfenberg) weitergeleitet. Mit den keilförmig zugeschnittenen, geschärften Spaten und mit Schutzkleidung konnten in zwei Ausstechaktionen der Bauhöfe unter Anleitung eines Naturpark-Rangers mehrere tausend Pflanzen ausgestochen werden.
Nach dieser ersten Ausstechaktionen konnte in 2020 ein Rückgang der Blühpflanzen um 65 % im Vergleich zu 2019 erreicht werden.

Bekämpfung durch Beweidung

Riesenbärenklau Ziegenbeweidung

Auf einer Teilfläche haben sich Ziegen als sehr gute Helfer bei der Riesenbärenklaubekämpfung bewiesen.

Riesenbärenklausamen können bis zu 10 Jahre im Erdreich keimfähig bleiben. Deshalb ist bei der Bekämpfung eine langfristige Strategie notwendig.
Um eine solche langfristige Strategie zu erproben, wurde auf einem Teilstück des Wassertals eine Beweidung mit 42 Ziegen 12 Tage lang durchgeführt. Die Ziegen haben den Riesenbärenklau auf der gesamten Testfläche bevorzugt und vollständig gefressen.

Ebenfalls positiv ist zu bewerten, dass auch andere Neophyten (Drüsiges Springkraut, Japanischer Staudenknöterich und Kanadische Goldrute) auf der Testfläche von den Ziegen restlos gefressen wurden.

Die Beweidung konnte durch diese Testphase als eine nachhaltige Methode zur Riesenbärenklaubekämpfung und zur naturschutzfachlichen Aufwertung der Fläche bestätigt werden.


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