Ja, natürlich!
Enkering bei Kinding

Zonierung Windkraft

Windräder auf der Jurahochfläche

Wie lässt sich der Ausbau der Windenergie mit der besonderen Bedeutung von Natur- und Landschaftsschutz in einem Naturparkgebiet vereinbaren? Dieser Frage ging 2012 das Projekt „Standortfindung für Windkraftanlagen im Naturpark Altmühltal – Zonierungskonzept“ nach.

Als die bayerische Landesregierung 2011 den Ausbau der erneuerbaren Energien beschloss, wurde mit dem „Windenergieerlass“ unter anderem festgelegt, dass Windkraftanlagen grundsätzlich auch in Landschaftsschutzgebieten und Naturparken gebaut werden dürfen. Es muss aber in diesen Gebieten, die dem Schutz von Natur und Landschaft besonders verpflichtet sind, im Einzelfall dargelegt werden, warum an einem bestimmten Standort der Bau einer Windkraftanlage als vertretbar eingestuft wird. Die Naturparke brauchen also ein Zonierungskonzept, um Bereiche für den Bau solcher Anlagen festzulegen bzw. ihn für andere Gebiet auszuschließen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit förderte dazu das Modellprojekt „Standortfindung für Windkraftanlagen im Naturpark Altmühltal – Zonierungskonzept“, das weiteren bayerischen Naturparken und Landschaftsschutzgebieten später als Vorbild dienen sollte. Initiatoren des Projekts waren der Naturpark Altmühltal und das Landratsamt Eichstätt.

Ein einheitliches Konzept in Sachen Windkraftnutzung erschien für den Naturpark Altmühltal auch deshalb besonders wichtig, weil das rund 3000 Quadratmeter große Naturparkgebiet sich über fünf bayerische Regierungsbezirke, acht Landkreise sowie Gebiete der kreisfreien Stadt Ingolstadt erstreckt. 88 Gemeinden liegen im Naturparkgebiet. Die Planungen und Interessen in Sachen Windkraftnutzung waren dementsprechend vielfältig und unterschiedlich.

Tabuzonen, Entscheidungszonen und Ausnahmezonen

Nicht alle Bereiche des weitläufigen Naturparkgebietes haben die gleiche Bedeutung für die Natur oder den Erhalt der typischen Kulturlandschaft. Im Rahmen des Projektes unterschied man Tabuzonen, Entscheidungszonen und Ausnahmezonen für die Windkraftnutzung. Grundlage für die Einteilung waren bestehende Daten. Die Projektverantwortlichen kamen dabei zu dem Schluss, dass in manchen Fällen vor einem eventuellen Genehmigungsverfahren noch Datenlücken zu schließen seien.

Die Zonierung gibt den Rahmen vor, damit die Nutzung der Windkraft im Naturpark Altmühltal möglich ist, ohne dass die schützenswerten Natur- und Kulturlandschaften zu stark beeinträchtigt werden.

Zonen in der Kartenansicht

Nordwesten des Naturpark-Gebiets (33,4 MB)

Nordosten des Naturpark-Gebiets (39,6 MB)

Südwesten des Naturpark-Gebiets (35,7 MB)

Südosten des Naturpark-Gebiets (38,2 MB)