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Wanderer mit dem Blick auf Beilngries
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Arzberg bei Beilngries

Wanderer mit dem Blick auf Beilngries

Der 6 Kilometer lange und bis zu 2 Kilometer breite Bergrücken des Arzberges ist im westlichen Teil nahezu vollständig bewaldet, während im östlichen Teil die Hochfläche landwirtschaftlich genutzt wird und nur die Hänge mit Wald bedeckt sind. Auf dem Arzberg befindet sich ein Waldlehrpfad von 2,3 Kilometer Länge. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat den Arzberg als eines der „100 schönsten Geotope Bayerns“ ausgezeichnet.

Ursprünglich bildete der Arzberg noch keinen alleinstehenden Berg, sondern hing mit dem heute auf der anderen Talseite liegenden Hirschberg zusammen. Der Wasserlauf der Sulz nahm damals noch seinen Weg durch das Ottmaringer Tal und mündete erst zwischen Töging und Dietfurt in die Urdonau, die das heutige Altmühltal durchfloss. Nahe der Stelle, an der heute Beilngries liegt, machten die von Süden kommende Urdonau und die von Norden kommende Sulz jeweils einen nahezu rechtwinkligen Knick nach Osten.

Die Seitenerosion der beiden Flüsse an den Prallhängen durchnagte schließlich den schmalen Sattel, der Arzberg und Hirschberg verband, und die Sulz – sich den längeren Weg durch das Ottmaringer Tal ersparend – brach zur tiefer liegenden Urdonau durch. Auf diese Weise wurde der Arzberg zu einem rundum von Tälern umschlossenen „Inselberg“.

Dieser Durchbruch wurde durch die geologischen Verhältnisse bei Beilngries erleichtert. Dort steht nämlich bis zur halben Hanghöhe der Braune Jura an, dessen Tone und weichen Sandsteine von der Erosion leichter auszuräumen sind als die sonst im Altmühltal anzutreffenden Kalk- und Dolomitgesteine des Weißen Jura. Wegen dieser Schichtaufwölbung waren die Beilngrieser auch gezwungen, ihre Kalksteinbrüche hoch oben auf dem Berg anzulegen wie z. B. am Arzberg.

Der Bergrücken war einst überwiegend mit Wald bedeckt, vor allem mit Buche, Linde und Bergahorn. Im frühen Mittelalter wurde jedoch der Großteil des Waldes aus Mangel an Brennholz abgeholzt und die Fläche als Weideland genutzt. Erst zwischen 1800 und 1850 wurde der Arzberg wieder planmäßig aufgeforstet.

Blog: Ein Fenster in die Erdgeschichte: Eine Reise durch das Geotop

Zwischen Beilngries und Dietfurt liegt eines der einhundert schönsten Geotop in ganz Bayern. Mit seinen 70 Meter hohen Abbauwänden dokumentiert der ehemalige Steinbruch einen Ablagerungszeitraum von etwa 5 Millionen Jahren. Es türmen sich hunderte Schichten von Malm-Kalkstein übereinander, die einen detaillierten Blick in die Entwicklung der Meereslebewesen des oberen Jura ermöglichen. Im Sommer 2017 begleitete Autorin Viola Neue Gästeführerin Maria Kaufmann auf einer Tour durch dieses Fenster in die Erdgeschichte.

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Lage

Zwischen Ottmaringer Tal und Altmühltal zieht sich der Arzberg von Beilngries bis Dietfurt.

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